Gerardo (bis 13.00 Uhr):
Nach einer zehnstündigen Fahrt nach Sumidero und weiteren 45 Minuten nach San Cristobal kamen wir endlich dazu, uns zum Hotel zu bewegen. Gerade weil wir eine ganze Strecke vom Bus zu unserer Unterkunft laufen mussten, freuten wir uns alle, als wir endlich unsere Zimmer sahen. Viel mehr Platz erwartete uns und wir freuten uns schon darauf, nach einigen hygienischen Massnahmen unser Bett geniessen zu können; schliesslich konnten zwei von vier in einem eigenem Bett schlafen, wir anderen beiden mussten uns ein Doppelbett teilen, aber es machte nichts aus. Nach einer langen Fahrt ist das Bedürfnis zu schlafen grösser als sonst, auch wenn die meisten schon währenddessen teilweise eingenickt sind.
An diesem Morgen ging es gut los. Endlich mal hörte ich den Wecker klingeln und stand pünktlich nach einer angenehmen Nacht um halb sieben auf.
Frühstück sollte es zwar erst um 8.30 Uhr geben, aber glücklicherweise war ich schon eine halbe Stunde früher da, sodass ich noch einen Sitzplatz bekommen habe, nicht so wie Max, er musste warten, dass noch ein Stuhl für ihn an unseren Tisch herangeschoben wird.
Aber trotzdem konnten wir uns an einem grosszügigen Frühstücksbüffet bedienen, zur Auswahl standen erst einmal Früchte, zum Beispiel Honig- und Wassermelone, sowie auch Ananas, die wir mit Cornflakes essen konnten, angereichert mit Milch oder Kirschjoghurt.
Warmes stand auch bereit:
Neben Rührei mit Kochschinken gab es auch Chilaquíles (Nachos mit zwei verschiedenen Saucen), Bohnenpaste und Minipfannkuchen, auch Hot Cakes genannt.
So sieht man, dass wir nicht hungern mussten.
Aber gleich nach einer kleinen Pause versammelten wir uns auf dem Innenhof. Dort hörten wir uns Referate von zwei Gruppen an, einmal über die Stadt San Cristobal de las Casas selbst, aber auch über eine Indianerkultur, die wir noch besuchten.
Währenddessen krakelten einige Papageien vor sich hin, einer klatschte, nur am Schnabel hängend, und ein anderer, etwas federarmer sagte ,,¡Hola!".
Um 9.50 Uhr gingen wir dann zum Markt, wo sich viele noch etwas kauften und als wir dann, zehn Minuten nach zehn, Zeit zur freien Verfügung bekamen, ging ich zu einem zweiten Markt, auf dem Hühner vor unseren Augen geschlachtet werden sollten, aber so etwas haben wir nicht gesehen. Aber als wir den Markt verliessen, haben wir uns erstmal richtig verlaufen.
Katharina:
Nachdem wir alle einen tollen Vormittag verbracht hatten und viele richtig viel Geld ausgegeben hatten, trafen wir uns um 13.30 Uhr wieder am Hotel, um nach Chamula zu fahren, einem Dorf mit 85.000 Einwohnern, ca. 10 km von San Cristobal entfernt.
Wir wurden zwar bezueglich der Armut und dem Elend, was uns dort erwarten wuerde, schon vorgewarnt, aber trotzdem fuehlten wir uns unangenehm, als wir aus dem Bus steigen und eine Gruppe Kinder auf uns zu lief, die uns etwas verkaufen wollten.
Wir wurden von einem Mann durch das Dorf gefuehrt. Er hat uns viele merkwuerdige Sachen erzaehlt :
-In Chamula gehen nur etwa 20 % der Menschen zum "normalen" Arzt, der Rest glaubt eher an die Heilung durch CocaCola, Huehner oder Zuckerrohrschnaps den selbst die kleinsten schon eingefloesst bekommen, was sehr oft zur Abhaengigkeit fuert. Es gibt sehr sehr viele Menschen mit Alkoholproblemen
-sie sind nicht sehr offen fuer Neues. Sie haben zwar zugriff auf Gas, fliessend Wasser und TV benutzten es aber nicht. Ebenso wenig gehen die Kinder zur Schule. Die Eltern bekommen Geld und Nahrungsmittel, schicken sie sie doch hin.
-Ehen werden nur unter Dorfleuten gechlossen und bis vor 5 Jahren war es ueblich, das der Vater seiner Tochter (12-14 Jahre !!!) den Braeutigam ausgesucht hat und sie dann an ihn verkauft hat. Inzwischen haben sich die Frauen dagegen aufgelehnt.
- in Chamula gibt es eine eigene Polizei, die eigene Gesetzte hat, so werden zum Beispiel Kinder, die etwas stehlen fuer 15 Tage ins Gefaengniss gesteckt, etwas, was sonst in Mexiko verboten ist.
-ausserdem gibt es viele merkwuerdige Braeuche. So werden Huehner geopfert um Krankheiten zu besiegen, in der Kirche liegt Stroh auf dem Boden, manche Leute die sehr wichtig sind, brauchen an den Staat keine Steuern zu bezahlen, auf dem Friedhof gibt es farbige Kreuze auf den Graebern, die anzeigen, wie alt die gestorbene Person geworden ist
Wir sahen auch ein Haus von innen und waren alle geschockt. Die Leute schlafen dort auf dem Boden, alles ist verqualmt und dreckig. Es war nicht sehr schoen und wir waren froh, als wir ins naechste Dorf gefahren sind: Zintcantan. Dort war alle so viel froehlicher und lebendiger. Wir wurden sehr lieb aufgenommen und haben einen Laden besichtigt. Es wurde uns gezeigt, wie sie sich traditionell kleiden und erklaert, warum am Brautkleid Huehnerfedern befestigt sind (schoene Geschichte: die Frau fliegt von ihrem Haus zu dem Haus von ihrem Ehemann, dafuer braucht sie die Federn )
Wir wurden auch zum Essen eingeladen (Tortillas). Es war sehr lecker.
Auf der Rueckfahrt wurde Musik gehoert und geredet. Im Hotel angekommen, wurde verkuendet: FREIZEIT und alle waren gluecklich :) Morgen wird ein sehr anstrengender Tag, wir muessen um 6 das Hotel verlassen, aber das schaffen wir auch noch .....
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